Wer an ein Reetdach denkt, sieht meist nur die fertige Dachfläche. Doch der wichtigste Qualitätsunterschied entsteht lange bevor das erste Reetbündel auf das Dach kommt. Bereits die Auswahl des Schilfs entscheidet darüber, wie langlebig, widerstandsfähig und hochwertig eine Reetdeckung später wird.
Was ist hochwertiges Reet?
Reet ist ein Naturprodukt. Jeder Halm ist unterschiedlich gewachsen und wird durch Klima, Boden, Wasserstand und Witterung beeinflusst. Damit Reet als Dachdeckungsmaterial verwendet werden kann, muss es verschiedene Eigenschaften erfüllen:
- Vollständig ausgereifte, möglichst gerade gewachsene Halme
- Gleichmäßige Halmstärke und hohe Festigkeit
- Gute Elastizität
- Trockene Verarbeitung
- Möglichst frei von Blättern und Fremdbestandteilen
- Keine Schimmelbildung oder Fäulnis
Die Herkunft des Reets
Nicht jedes Reet stammt aus Deutschland. Da der Bedarf groß ist, wird Schilf aus verschiedenen Ländern verwendet – darunter Deutschland, Dänemark, Polen, Ungarn, Rumänien und die Türkei. Entscheidend ist dabei jedoch nicht allein das Herkunftsland, sondern die tatsächliche Qualität, die fachgerechte Ernte sowie eine sorgfältige Lagerung.
Viele Menschen glauben, dass allein das Herkunftsland über die Qualität eines Reets entscheidet. Tatsächlich spielen jedoch zahlreiche Faktoren zusammen. Erntezeitpunkt, Reifegrad, Lagerung, Sortierung und Verarbeitung sind mindestens genauso wichtig wie die Herkunft des Materials.
Die Qualität des Reets bildet die Grundlage jedes langlebigen Reetdachs. Hochwertiges Material zeichnet sich durch ausgereifte, gleichmäßige und elastische Halme aus, die trocken geerntet, sorgfältig sortiert und fachgerecht gelagert wurden.