Auf den ersten Blick erscheint es erstaunlich, dass ein Dach aus Schilfrohr über Jahrzehnte Wind und Wetter standhalten kann. Tatsächlich beruht die Funktionsweise eines Reetdachs nicht darauf, dass das Material selbst wasserdicht ist. Vielmehr nutzt ein Reetdach die natürlichen Eigenschaften des Schilfs sowie eine jahrhundertealte Handwerkstechnik.
Das Prinzip des Wasserablaufs
Die Reethalme liegen schuppenartig übereinander und sind alle in dieselbe Richtung ausgerichtet. Niederschlagswasser folgt dieser natürlichen Struktur und wird durch die Schwerkraft nach unten zur Traufe geleitet. Je steiler das Dach, desto schneller fließt das Wasser ab.
Feuchtigkeit – der wichtigste Einflussfaktor
Regen gehört zum Alltag eines Reetdachs. Problematisch wird es erst dann, wenn das Dach über längere Zeit feucht bleibt. Deshalb achten erfahrene Reetdachdecker bereits bei der Planung auf eine Konstruktion, die das schnelle Abtrocknen unterstützt.
Die Umgebung beeinflusst das Dach
Nicht jedes Reetdach altert gleich schnell. Große Bäume in unmittelbarer Nähe, dauerhaft schattige Bereiche, hohe Luftfeuchtigkeit und geringe Luftbewegung können den Alterungsprozess beeinflussen.
Nicht das Material selbst ist wasserdicht. Die Regensicherheit entsteht durch den Aufbau der Dachdeckung, die dichte Verarbeitung der Reethalme und den schnellen Wasserablauf. Genau dieses Zusammenspiel sorgt dafür, dass ein fachgerecht gedecktes Reetdach zuverlässig vor Niederschlägen schützt.
Die Funktionsweise eines Reetdachs basiert auf einem einfachen, aber bewährten Prinzip: Regenwasser wird über die dicht verlegten Reethalme schnell von der Dachfläche abgeleitet, während eindringende Feuchtigkeit anschließend durch Sonne und Wind wieder austrocknen kann.